Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen in der Weiterbildungsbranche sind weitgehend unreguliert. Nur bei weinigen Trägern gibt es Tarifverträge. Für die Mehrzahl der Beschäftigten bilden nur die gesetzlichen Regelungen und der Arbeitsvertrag den Rahmen für ihre Tätigkeit.

Neben Informationen zur Tarifarbeit in der Weiterbildung finden sie hier aktuelle Urteile aus dem Arbeitsrecht.

Weitere Informationen zu Tarifverträgen und Entgelten finden Sie auf der Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.



Vier von zehn Neueinstellungen sind befristet
(17.09.2019) Im Jahr 2018 waren 38 Prozent aller Neueinstellungen befristet. Gegenüber 2017 wäre das ein leichter Rückgang um 3 Prozentpunkte, so das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie. Die Änderung sei jedoch nur gering und eine Änderung im einstellungsverhalten der Betriebe nicht nachweisbar. Eventuell würden hier aber auch schon geplante Änderungen im Teilzeit- und Befristungsgesetz vorweggenommen, so das IAB. Denn besonders Betriebe mit mehr als 75 Beschäftigten würden deutlich weniger befristete Verträge abschließen.

Als Erklärung für sachgrundlose Befristungen spielt die verlängerte Probezeit eine wichtige Rolle. „Betriebe können ohne große Entlassungskosten Fähigkeiten und Motivation neu eingestellter Personen über längere Zeit beobachten“, so das IAB. Ein weiteres Indiz für die Annahme der verlängerten Probezeit seien die deutlich geringen finanziellen Mittel, die die Betriebe bei befristeten Einstellungen aufwenden würden. Und ein weiterer guter Grund, die sachgrundlose Befristung endlich abzuschaffen.
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Arbeit mit Menschen muss deutlich aufgewertet werden
(27.08.2019) Der Arbeitsalltag von zwei Drittel aller Beschäftigten ist durch den direkten Kontakt mit anderen Menschen geprägt. Dabei geht es nicht um Kolleg*innen oder Vorgesetzte, sondern um Kund*innen, Patient*innen, Lernende und andere Personengruppen. Interaktionsarbeit, wie die Arbeit mit Menschen auch genannt wird, beruht auf aktiver Kooperation. Das Arbeitsergebnis ist immer auch davon abhängig, wie erfolgreich diese Zusammenarbeit gestaltet wird.

Der DGB Index Gute Arbeit von 2018 beschäftigt sich scherpunktmäßig mit dem Thema Interaktionsarbeit. Wie beurteilen Beschäftigte, die mit Kund*innen, Patient*innen, Lernende und anderen Personengruppen zu tun haben, ihre Arbeitssituation? Wie lässt sich die Arbeit mit Menschen gut gestalten? Zuallererst kommt es darauf an, die spezifischen Bedingungen interaktiver Arbeit zu erkennen und die Leistungen der Beschäftigten wertzuschätzen.
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Neues Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetzes fördert die Arbeitsausbeutung
(05.08.2019) Migranten und Geflüchtete unterliegen auf dem Arbeitsmarkt hohen Risiken. Niedrige Bezahlung, eine Beschäftigung unterhalb ihrer Qualifikation, immer wieder drohende Arbeitslosigkeit, oft auch Ausbeutung und Diskriminierung sind für sie Alltag. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen können diese Situation verbessern oder auch weiter verschärfen. Derzeit erleben wir leider, dass der Gesetzgeber ihre Situation weiter verschärft.

Mit Ausnahme des „Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetzes“ enthalten die am 07.06.2019 durch den Bundestag beschlossenen Gesetze des sog. „Migrationspakets“ gerade in für den DGB entscheidenden Aspekten wie der Zugang von Geflüchteten zu Arbeit und Ausbildung, die Schaffung von Rechtssicherheit sowie die Vermeidung von Arbeitsausbeutung, überwiegend Verschlechterungen.

Der DGB fordert in seiner arbeitsmarktaktuell vom Juli 2019 eine aktive Arbeitsmarktpolitik bei Geflüchteten mit dem Ziel: „Geflüchtete vor langfristigem Verbleib im Niedriglohnsektor schützen durch Qualifizierung, Ausbildung, Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und bedarfsgerechte Berufsberatung und Arbeitsmarktvermittlung.“
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