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Weiterbildung geht gemeinsam

Im Rahmen des Programms „weiter bilden“ fördern das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Europäische Sozialfonds (ESF) die betriebliche Weiterbildung mit 140 Millionen Euro. Ziel des Programms ist es, die Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und die Beschäftigten beim Erhalt ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu unterstützen. Eine Regiestelle begleitet und unterstützt die Projekte.

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl innovativer Konzepte für eine neue betriebliche Lernkultur entwickelt und erprobt. In mehreren Branchen wurden Qualifizierungstarifverträge abgeschlossen. Aber es bedarf weiterer Impulse, um diese tatsächlich in den Betrieben umzusetzen und in weiteren Branchen Qualifizierungsvereinbarungen zu erreichen. Das ist das Ziel der ESF-Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Bildung von Beschäftigten (Sozialpartnerrichtlinie). Mittlerweile werden mit dem Programm „weiter bilden“, das gemeinsam von BMAS, DGB und Arbeitgeberverband BDA entwickelt und getragen wird, mehr als 90 Weiterbildungsprojekte gefördert. Sie konzentrieren sich auf Qualifizierungsmaßnahmen für Un- und Angelernte, systematische Personalentwicklung, Qualifizierung Älterer, Bedarfsanalysen und Beratung sowie auf die Professionalisierung am Lernort Betrieb.

Für die Gewerkschaften bietet das Programm die Chance, Weiterbildung als Gestaltungsfeld der Tarifvertragsparteien in die bildungspolitische Diskussion zu rücken und Strategien zum Ausbau der Weiterbildung umzusetzen. Dabei muss selbstverständlich werden, dass Weiterbildung im Betrieb eine Aufgabe aller und ein Thema für die Mitbestimmung ist.

Hans-Ulrich Nordhaus ist beim DGB-Bundesvorstand dafür zuständig, das Projekt in den Modellbetrieben zu begleiten. Für ihn ist die Initiative „weiter bilden“ ein wichtiges Instrument, um die Ziele des Dresdner Bildungsgipfels vom Herbst 2008 zu erreichen: „Dort haben Bund und Länder vereinbart, die Beteiligungsquote an betrieblicher Weiterbildung bis 2015 auf 50 Prozent zu steigern. Die Initiative „weiter bilden“ ist die einzige Weiterbildungsallianz, die sich nicht auf Empfehlungen begrenzt, sondern Weiterbildung aktiv fördert.“

Gefördert werden mit dem Programm betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen wie auch Projekte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Sozialpartner und Tarifvertragsparteien sollen zum einen bei der Umsetzung bestehender Vereinbarungen unterstützt werden, zum anderen sollen aber auch neue Tarifverträge oder Sozialpartnervereinbarungen initiiert werden. Aktuell werden 23 Tarifverträge „gefördert“. Positiv sei außerdem, so Nordhaus, „dass im Rahmen des Programms bereits zehn Sozialpartnervereinbarungen in Branchen ohne Qualifizierungstarifvertrag neu abgeschlossen wurden“.

So wird im Projekt „QUASIE“ im nordrhein-westfälischen Einzelhandel eine Weiterbildungsarchitektur entwickelt und erprobt, die auf die Rahmenbedingungen der Branche abgestimmt ist. Nun werden kurze Lerneinheiten von 15 bis 30 Minuten entwickelt (Mikro-Lernen), die auf drei didaktischen Methoden aufbauen: kurze Impulsseminare, Einsatz von eLearning und Mobil-Learning sowie Coaching in realen Arbeitssituationen. Das Lernprogramm wird zunächst in Hamm in Verbünden von Einzelhändlern durchgeführt. Partner sind das Allee-Center Hamm und die in der Stadtmarketing Hamm GmbH zusammengeschlossenen Händler. Durch diese beiden Organisationen soll die Nachhaltigkeit der Weiterbildung gesichert werden.

Die Vielfalt der Maßnahmen ist groß: So soll in einem Projekt die Weiterbildungsintensität der chemischen Industrie erhöht werden. In einem anderen ist das Ziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Maschinenbau zu stabilisieren und auszubauen, ein weiteres will dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen mit Qualifizierungsmaßnahmen und Personalentwicklung entgegenwirken.


Quelle. einblick 13/11, gewerkschaftlicher Info-Service vom 04.07.2011

Hier kommen sie zur Homepage initiative-weiter-bilden.


Schlagworte zu diesem Beitrag: Berufliche Weiterbildung, Betriebliche Weiterbildung
Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 01.07.2011

Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 21.05.2018