Berufliche Weiterbildung

Die Unternehmen fordern vermehrt Anstrengungen der Beschäftigten in Weiterbildung und Lebenslangem Lernen. Strittig ist vor allem, wer die Kosten der Maßnahmen tragen soll. Die Unternehmen erwarten von den Beschäftigten, mindestens den Zeitaufwand der Weiterbildung als eigenen Anteil einzubringen.

Tarifvertragliche Regelungen werden dagegen häufig abgelehnt. Die Unternehmen wollen die Möglichkeit zur Teilhabe an Weiterbildung lediglich durch ihre betrieblichen Interessen bestimmt sehen. Den Abschluss von Tarifverträgen zur Weiterbildung wird diese Haltung nicht fördern.



Nationale Weiterbildungsstrategie beschlossen – gemeinsam für eine neue Weiterbildungskultur

(13.06.2019) Hubertus Heil und Anja Karliczek haben am 12. Juni das Strategiepapier zur nationalen Weiterbildungsstrategie vorgestellt. Es wird gemeinsam getragen von Bund, Ländern, der Wirtschaft, den Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit. Ziel ist die Schaffung einer „neuen Weiterbildungskultur“ in Deutschland.

Nach Meinung der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek müsse die Weiterbildung in Zukunft „zum Arbeitsalltag gehören“. Für den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bilden Qualifizierung und Weiterbildung den „Dreh- und Angelpunkt, um die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern zu erhalten“ und Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Die nationale Weiterbildungsstrategie soll nicht bei reinen Absichtserklärungen enden. Es gehe vor allem um ganz konkrete Maßnahmen – „wie etwa einen grundsätzlichen Anspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses, die deutliche Stärkung der Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit und die Förderung von Weiterbildungsverbünden auf regionaler Ebene. Außerdem werden wir Maßnahmen wie staatlich geförderte Bildungszeiten prüfen - für neue und gute Arbeit von morgen", so Heil.

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Herausforderungen für die Aus- und Weiterbildung in Deutschland

(23.04.2019) Im Rahmen der Anhörung der Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" des Deutschen Bundestags am 10.12.2018 hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine ausführliche Stellungnahme erarbeitet. Diese Stellungnahme kann jetzt als Broschüre beim IAB als download bezogen werden.

Das IAB hat zunächst die Substituierbarkeitspotenziale analysiert, die im Zuge der Digitalisierung zu erwarten sind. Der Austausch von lebender Arbeit durch Maschinen fällt in den unterschiedlichen Märkten sehr unterschiedlich aus. Allgemein steht jedoch fest, dass „zunehmend mehr berufliche Tätigkeiten durch Computer oder Maschinen ersetzt werden können“. Der Wandel der beruflichen Tätigkeiten führe zu steigenden Kompetenzanforderungen bei den Beschäftigten.

Für das IAB steht fest: „Auch wenn eine berufliche Ausbildung oder ein Hochschulstudium weiterhin die Basis für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen der Arbeitswelt bilden, werden Weiterbildung beziehungsweise Lebenslanges Lernen immer wichtiger.“ Dabei komme der Förderung bestimmter Personengruppen, die selten an Weiterbildung teilnehmen, eine besondere Bedeutung zu. Instrumente wie Gutscheine, finanzielle Anreize oder eine qualifizierte Weiterbildungsberatung könnten helfen, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen.

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Staatliche Weiterbildungsoffensive brächte hohe Rückflüsse

(02.04.2019) Im Vergleich zur Erstausbildung und Bildungsmaßnahmen für Erwerbslose wird die Weiterbildung von Beschäftigten kaum gefördert. Eine umfassende Förderung der Weiterbildung würde erhebliche öffentliche finanzielle Investitionen erfordern. Sie könnte sich nach Meinung einer Forschungsgruppe am des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aber lohnen. Nach ihrer Simulationsrechnung ständen Investitionen von rund 83 Milliarden Euro fiskalische Rückflüsse von 74 Milliarden Euro gegenüber.

„Zu beachten ist, dass es sich um die rein fiskalische Bilanz der öffentlichen Hand handelt, die also den Nutzen für die Bürger – der für Politik in erster Linie handlungsleitend ist – nicht einbezieht“, erklären die Forscher.

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Weiterbildung braucht Weiterentwicklung

(17.12.2018) Nur wenige gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitische Ziele finden einen so breiten Konsens wie die Forderung, die berufliche Bildung zu stärken. ver.di begrüßt deshalb die Initiative der Bundesregierung für eine nationale Weiterbildungsstrategie unter Einbeziehung der Sozialpartner*innen. Von der jeweiligen Qualifikation hängen aber auch die individuellen Arbeits- und Lebensbedingungen, das Einkommen, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die beruflichen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Mitbestimmungschancen ab.

Perspektivisch setzt ver.di deshalb auf ein Weiterbildungsgesetz auf Bundesebene. Es soll Zugangsmöglichkeiten, Lernzeiten und deren Finanzierung, Beratung und Qualitätsstandards regeln.

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Bessere Bildung - Bessere Chancen

(11.12.2018) In einer Faktenbroschüre stellt die IG Metall ihre zentralen Forderungen an ein neues Berufsbildungsgesetz vor. Die IG Metall fordert „eine solidarische, zukunftsorientierte und qualitativ hochwertige Reform des Berufsbildungsgesetzes“. Sie stellt ihre Reformperspektiven bewusst gegen die Vorstellungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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Vorreiter im Bereich Digitalisierung investieren mehr in Weiterbildung als andere Betriebe

(20.11.2018) Digitalisierung und Arbeitswelt 4.0 gelten als Stichworte für eine sich massiv verändernde Produktions- und Prozessstruktur bei der Erstellung von Waren und Dienstleistungen. Neben dem unmittelbaren Arbeitsbereich sollen insbesondere auch die Aus- und Weiterbildung stark durch die Änderungen betroffen sein.

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veranschaulicht, in welcher Form und in welchem Umfang die neuen IT-Systeme sich in der Aus- und Weiterbildung auswirken. Bei den untersuchten Betrieben erklärten 31 Prozent, verstärkt in die Weiterbildung zu investieren. Bei der Ausbildung gaben das nur 18 Prozent an. Umgekehrt gaben 18 Prozent an, in den letzten fünf Jahren weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen zu haben. Einen Rückgang in der Weiterbildung haben nur zwei Prozent der Betriebe mitgeteilt. „Außerdem fällt auf, dass die Unterschiede zwischen Betrieben, die in Digitalisierung investiert haben und denen, die in den letzten Jahren nicht in diese Technologien investiert haben, deutlich größer sind, was den Anstieg der Weiterbildung (im Vergleich zum Anstieg der Ausbildung) betrifft.“

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Kernforderungen des DGB und der Gewerkschaften zur Novellierung des Berufsbildungsgesetzes

(19.11.2018) Die Bundesregierung will das Berufsbildungsgesetz (BBiG) novellieren. Ein neues Gesetz soll bis zum 1. August 2019 beschlossen werden und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften begrüßen die geplante Weiterentwicklung des für die Berufsbildung maßgeblichen BBiG. Die duale Berufsausbildung schafft hohe Übergangsquoten in den Arbeitsmarkt und mindert Jugendarbeitslosigkeit.

Dabei ist berufliche Bildung nicht in erster Linie Qualifizierung für Technik. Die berufliche Bildung soll vor allem auch der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung dienen. Das Ziel ist, die Auszubildenden und Beschäftigten in die Lage zu versetzen, kompetent, kreativ, selbstbestimmt und solidarisch mit neuen und auch komplexen Herausforderungen umgehen zu können.

DGB und Gewerkschaften erwarten von der Bundesregierung, dass sie mit der Novellierung die Qualität der Aus- und Fortbildung spürbar verbessert, indem sie die Attraktivität der beruflichen Bildung im Sinne der Auszubildenden, der dual Studierenden und Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Fortbildungslehrgängen erhöht, Durchlässigkeit und Transparenz herstellt und die sozialpartnerschaftliche Mitbestimmung in der Berufsbildung stärkt. Mit den folgenden Kernpunkten kann die anstehende Novellierung des Berufsbildungsgesetzes für eine moderne und attraktive Berufliche Bildung gelingen.

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Bundesregierung will eine neue Weiterbildungskultur etablieren und qualifizierte Zuwanderung fördern

(13.11.2018) Alle paar Wochen benötigten gängige Smartphones ein neues Update. Nach Ansicht der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek „ein Zeichen, wie zügig Fortschritt stattfindet“. Da benötige jede/r regelmäßig ein Update für seinen Arbeitsalltag. Zudem müsse dem Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften mit einer ausgefeilten Fachkräftestrategie begegnet werden. In dieser Strategie bilde die Weiterbildung „ein Kernelement“.

Anpassungsprozesse der Wirtschaft bestimmen in dieser Sichtweise die Inhalte von Bildung und Lernen. Karliczek weiter: „Auch der Arbeitsalltag eines jeden Einzelnen verändert sich und verlangt Updates. Mir ist wichtig, dass wir jedem Einzelnen mit guten Weiterbildungschancen das passende Update anbieten können.“

Eine neue Weiterbildungskultur nennt das die Bundesregierung. Und macht sich auf den Weg zu „einer Nationalen Weiterbildungsstrategie“. „Fort- und Weiterbildungen müssen für jeden Einzelnen eine Selbstverständlichkeit werden!“, so Karliczek. Hubertus Heil als Sozialminister pflichtet ihr bei und meint gar: „Deutschland muss noch stärker als bisher zu einem Qualifizierungsland werden, zu einem Land des Lernens.“

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Soziales Umfeld entscheidend für Berufswahl von Jugendlichen

(06.11.2018) Was veranlasst Jugendliche dazu, eine Ausbildung im dualen System und hier insbesondere im Handwerk zu beginnen? Das wollten die Autoren einer neuen Studie wissen, die jetzt beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)erschienen ist.

Neben dem Gehalt spielt nach der Studie das private Umfeld eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Ausbildung im Handwerk. Sie wollen mit ihrer Berufswahl „in ihrem sozialen Umfeld“ punkten, so die Autoren.

Allerdings lassen sich die Entwicklungen im Schulbereich nicht wegdiskutieren. Viele Schulabgänger hätten inzwischen einen Hochschulabschluss in der Tasche. 2015 überflügelten die Abiturienten die Schulabgänger mit einem Hauptschulabschluss. 2017 gab es bei 172.900 Abiturienten lediglich 152.000 Schulabgänger mit Hauptschulabschluss. „Um ihre Rekrutierungschancen zu verbessern, müssen die Handwerksberufe somit insbesondere auch für Jugendliche mit höheren Schulabschlüssen attraktiver werden.“ Die Autoren untersuchen in ihrer Studie, wie das gelingen könnte.

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Weiterbildung für (fast) alle – Gesetz will neue Perspektiven bieten

(19.10.2018) Weiterbildung für Alle ist nicht nur zu einer entscheidenden Frage der Innovationsfähigkeit des Landes, sondern immer mehr auch zu einer Frage von sozialer Gerechtigkeit geworden. In diesem Zusammenhang reicht das geplante Qualifizierungschancengesetz „letztendlich nicht aus, um die Veränderungen in der Arbeitswelt für die Beschäftigten positiv zu begleiten.“ Zu dieser Einschätzung gelangt das Ressort „Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik“ von ver.di in der sopoaktuell 276.

Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung und Förderung. Weiterbildung ist nach wie vor selektiv und verstärkt die soziale Ungleichheit. Der geplante Rechtsanspruch auf Weiterbildungsberatung ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber bei weitem nicht aus, um „in Deutschland eine verbesserte Weiterbildungskultur zu etablieren“.

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Neuausrichtung der beruflichen Weiterbildung erforderlich

(16.10.2018) Auf der Abschlussveranstaltung des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „Innovative Ansätze einer zukunftsfähigen beruflichen Weiterbildung (InnovatWB)“ waren sich die anwesenden Bildungsexpert*innen einig: Sie meinten, die berufliche Weiterbildung müsse neu ausgerichtet werden, „um den technologischen und gesellschaftlichen Wandel bewältigen und gestalten zu können.“

Bei InnovatWB haben beteiligte Wissenschaftler*innen und Weiterbildner gemeinsam „drei Jahre lang in 34 Projekten Grundlagen und Konzepte für eine zukunftsfähige berufliche Weiterbildung erforscht, entwickelt und erprobt. Die Projekte haben innovative Konzepte umgesetzt, mit denen lebensbegleitendes Lernen als selbstverständlicher Teil in Bildung- und Erwerbsbiografien integriert werden kann.“

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165.000 Menschen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert

(11.07.2018) Die neue Bundesbildungsministerin Karliczek ist vom Aufstiegs-BAföG überzeugt und will das System weiter ausbauen. Nachdem das Statistische Bundesamt die amtlichen Zahlen für die Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung für 2017 veröffentlicht hatte, erklärte Karliczek: „Die positiven Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen: Das Aufstiegs-BAföG ist das größte berufliche Karriereprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ich freue mich, dass 165.000 Menschen gefördert wurden.“

Die Zahl der geförderten Teilnehmer*innen an beruflicher Fortbildung war 2017 um etwa 1,7 Prozent auf 165.000 Förderfälle gestiegen. Damit ist die Zahl der Förderungen nach zwei Jahren wieder angestiegen.

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Quelle: www.netzwerk-weiterbildung.info
Druckdatum: 16.06.2019