Berufliche Weiterbildung

Die Unternehmen fordern vermehrt Anstrengungen der Beschäftigten in Weiterbildung und Lebenslangem Lernen. Strittig ist vor allem, wer die Kosten der Maßnahmen tragen soll. Die Unternehmen erwarten von den Beschäftigten, mindestens den Zeitaufwand der Weiterbildung als eigenen Anteil einzubringen.

Tarifvertragliche Regelungen werden dagegen häufig abgelehnt. Die Unternehmen wollen die Möglichkeit zur Teilhabe an Weiterbildung lediglich durch ihre betrieblichen Interessen bestimmt sehen. Den Abschluss von Tarifverträgen zur Weiterbildung wird diese Haltung nicht fördern.



Gute Arbeit — ver.di macht sich für eine staatlich geförderte Bildungsteilzeit stark

(03.07.2020) Die Coronakrise hat gezeigt, welchen Stellenwert die Digitalisierung im Arbeitsalltag bereits hat. Wer in der Lage war, vom heimischen Computer aufs Firmennetzwerk zuzugreifen und sich in Videokonferenzen mit den Teampartner*innen austauschen konnte, erlebte weniger starke Veränderungen der Arbeitsvorgänge. Wichtig ist das Thema Qualifizierung und Weiterbildung im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Matthias Lindner vom ver.di-Bereich Innovation und Gute Arbeit hat zu diesem Thema im Projekt TransWork gearbeitet.

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Höhere Berufsbildung lohnt sich – in vielfacher Hinsicht!

(29.06.2020) Rund acht Prozent der Beschäftigten haben einen höheren Berufsabschluss. Erworben wird der Abschluss in der Regel über Weiterbildungen nach einer beruflichen Erstausbildung. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) befasst sich mit der Frage, ob sich ein höherer Berufsabschluss – z. B. zur Techniker*in, Fachwirt*in, zum Meister – lohnt.

Nach der Studie lohnt sich die Weiterbildung im Beruf in vielfacher Hinsicht. So erzielen Beschäftigte mit beruflicher Höherqualifizierung „signifikant höhere Einkommen“. Die Wahrscheinlichkeit, erwerblos zu werden, ist mittlerweile sogar geringer als die von Akademiker*innen. Sie üben häufig Tätigkeiten mit Führungsfunktionen aus und haben dabei „Projekt- oder Budgetverantwortung“. 65 Prozent der Absolventen und Absolventinnen einer Fortbildung der Industrie- und Handelskammern erklären, dass sich die berufliche Weiterbildung vorteilhaft auf die weitere berufliche Entwicklung ausgewirkt hat.

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Ausbildungen im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsberufen benötigen einheitliche Standards

(16.06.2020) Ver.di fordert für die Ausbildungen in Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsberufen einen gesetzlichen Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Außerdem benötigen diese Berufsausbildungen dringend eine Neuaufstellung. Es muss Schluss sein mit der vielfach erheblichen Schlechterstellung in der Ausbildung gegenüber Berufen nach Berufsbildungsgesetz“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, anlässlich der am heutigen Montag (15. Juni) stattfindenden öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission.

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Corona-Krise sorgt für digitalen Weiterbildungsschub

(09.06.2020) Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft (KOFA) hat im Rahmen des IW-Covid-19-Panels Unternehmen nach ihren Weiterbildungsaktivitäten während der Corona-Krise befragt. Knapp die Hälfte der Unternehmen haben ihr Aktivitäten nicht geändert, knapp ein Viertel hat weniger in Weiterbildung investiert und gut 10 Prozent haben ihre Anstrengungen sogar gesteigert. Das zeigt die neue Studie „Weiterbildung während der Corona-Pandemie“ des KOFA.

Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen setzten erfolgreich seit Beginn der Corona-Krise geplante Präsenzseminare teilweise oder sogar vollständig in digitaler Form fort. Entsprechend ist die Nutzung digitaler Lernmethoden im Rahmen der Weiterbildungsaktivitäten in 36 Prozent aller Unternehmen gestiegen.

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Das Arbeit-von-morgen-Gesetz

(09.06.2020) Im Mai wurde das sogenannte ‚Arbeit-von-morgen-Gesetz‘ verabschiedet. Nach einem Jahrzehnt des Wirtschaftswachstums hat die Corona-Krise den an sich robusten Arbeitsmarkt ziemlich durcheinander gewirbelt. Doch schon vor Corona war klar: Umbau und Strukturwandel hin zu einer emissionsarmen und digitalen Wirtschaft führen zu einer Transformation der Arbeitswelt. Dieser Wandel hat massive Konsequenzen für die Anforderungen an die Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten. In Folge der Corona-Krise ist zu erwarten, dass Digitalisierungsprozesse und Verschiebungen in der Branchenstruktur noch schneller beschleunigt werden. Unsere Kolleginnen und Kollegen dürfen dabei nicht abgehängt werden.

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Qualifizierung in der Pflege

(19.05.2020) Das Pflegeberufegesetz sieht zahlreiche Änderungen für die Pflegeausbildungen vor. Bundeseinheitliche Rahmenpläne dienen den Ländern, Bildungsträgern und Pflegeschulen nun als Orientierung für die Entwicklung der Curricula und Ausbildungspläne. Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ (BWP) geht der Frage nach, wie die Neuerungen des Gesetzes die Qualifizierung in der Pflege verändern. Zudem geht es um Fragen, wie die praktische Umsetzung des Gesetzes begleitet werden kann und wie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse in Zukunft erfolgt.

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Berufsbildungsbericht 2020 veröffentlicht

(15.05.2020) Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat im schriftlichen Umlaufverfahren eine Stellungnahme zum vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgelegten Entwurf des Berufsbildungsberichts 2020 verabschiedet.

Darin heißt es, dass die Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder im Hauptausschuss den Berufsbildungsbericht durchaus unterschiedlich beurteilten und Kontroversen sowie Interessensgegensätze bestehen blieben, "aber in besonderen, durch eine globale Pandemie verursachten Krisen-Situationen werden diese hintangestellt". Wichtiger als der Rückblick auf das Ausbildungsjahr 2019 und dessen Bewertung sei es, dazu beizutragen, dass die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise abgefedert und die Rückkehr zu stabilen Verhältnissen erleichtert würden. Ziel sei es, gemeinsam das Übergreifen der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt zu verhindern beziehungsweise abzumildern.

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Vielfalt der Förderinstrumente diskutiert

(06.05.2020) Die Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" am 4. Mai 2020 in einer öffentlichen Anhörung - online - über Wege in die qualifizierte Erwerbstätigkeit diskutiert. Mehrere Sachverständige aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) berichteten über Förderinstrumente für die berufliche Bildung für Jugendliche. So +forderte Frank Neises (BIBB) angesichts von 300 Angeboten eine Vielfalt an bundesweit angebotenen Regelinstrumenten, Programmen von Bund und Ländern sowie solchen in schulischen Bildungsgängen statt vieler Einzelmaßnahmen eine Prozessbegleitung und "Hilfen aus einer Hand".

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Förderung der beruflichen Weiterbildung für von der Digitalisierung betroffene Beschäftigte wird verbessert

(29.04.2020) Der Deutsche Bundestag hat am 23. April das Arbeit-von-morgen-Gesetz (Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung) in 2./3. Lesung beschlossen. Das Gesetz sieht zahlreiche Verbesserungen bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung für Beschäftigte und für besonders vom Strukturwandel Betriebe vor.

Die Regelungen treten mit zeitlichen Abständen in Kraft, um der durch die Corona-Krise sehr stark belasteten Bundesagentur für Arbeit den notwendigen Vorlauf für die Umsetzung zu geben.

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DGB fordert mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung im wirtschaftlichen Wandel

(08.04.2020) Die Digitalisierung treibt den wirtschaftlichen Wandel immer schneller voran. Zwar wird nicht mit Massenarbeitslosigkeit wie in der Vergangenheit gerechnet. Aber es bleibt auch nicht alles so wie es ist. Die Arbeitsplätze verändern sich im rasanten Tempo, Arbeitsplätze werden durch technische Lösungen ersetzt. Dabei sollte nach Meinung des DGB klar sein: Ein »immer schneller, immer größer, immer weiter, immer mehr« kann dauerhaft nicht funktionieren.

Der Wandel darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgetragen werden. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist ein arbeitsmarktpolitischer Instrumentenkasten notwendig, der an den Leitlinien »Prävention vor Arbeitslosigkeit«, »Gute Arbeit« und »Soziale Sicherheit« ausgerichtet ist und den unterschiedlichen Facetten der Transformation Rechnung trägt.

In einer neuen Broschüre fordert der DGB eine Arbeitsmarktpolitik, die Beschäftigung sichert, auch durch Übergänge von einem alten Betrieb in neue Beschäftigung. Weiterbildung spielt in diesem Konzept eine zentrale Rolle.

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Änderung der Aufstiegsfortbildungsförderung wird im Bundestagsausschuss positiv aufgenommen

(04.01.2020) Die Reform des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (ABFG) wurde am 18. Dezember im zuständigen Ausschuss des Deutschen Bundestags beraten. Die Vertreter von SPD und CDU/CSU lobten erwartungsgemäß den vorliegenden Gesetzentwurf.

Die Vertreter der Oppositionsparteien begrüßten ebenfalls die Reformvorschläge. Allerdings machten sie deutlich, dass es an der einen oder anderen Stelle noch weiteren Änderungsbedarf am Gesetz gibt. So warb die Abgeordnete der Grünen für einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.

Zugleich liegt der Teufel mal wieder im Detail. So machte die Vertreterin der Linken deutlich, dass Schülerinnen und Schüler in der praxisintegrierten Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher von der Förderung ausgeschlossen sind, da der Theorieanteil an ihrer Ausbildung statt der geforderten 70 Prozent „lediglich“ bei 66 Prozent liege. Hier müsse eine Änderung im Gesetz vorgenommen werden.

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Bund plant höhere Mittel für berufliche Aufstiegsfortbildungen

(04.01.2020) Rund 167.000 Teilnehmer*innen erhielten 2018 eine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, sog. „Aufstiegs-BAföG“). Der Bundestag hat im Dezember 2019 in erster Lesung die Reform des Aufstiegs-BAföG beraten. Mit den geplanten Änderungen sollen die Geförderten höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse erhalten.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärt zu der geplanten Reform: „Das neue Aufstiegs-BAföG macht beruflichen Aufstieg und Familie besser miteinander vereinbar. Dafür nehmen wir so viel Geld in der Hand wie bei keiner AFBG-Reform bisher: 350 Millionen Euro wird die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger investieren.“

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Wer nur auf die Weiterbeteiligung schaut, verstärkt am Ende die soziale Auslese in der Weiterbildung

(01.11.2019) Sowohl die Indikatoren der Europäischen Union als auch der Bundesregierung haben einen entscheidenden Mangel: Sie messen nur die schlichte quantitative Quote der Weiterbildungsbeteiligung. Der Ausbau der Qualität, eine höhere Effektivität oder auch der Abbau möglicher sozialer Disparitäten im Rahmen der Weiterbildung steht nicht auf der Agenda. Dabei hat der Nationale Bildungsbericht noch im Jahr 2012 festgestellt, „dass sich soziale Disparitäten vor allem in der betrieblichen Weiterbildung verfestigt zu haben scheinen“.7 Und der Nationale Bildungsbericht 2018 konstatiert (allerdings auf Basis der Daten des AES-Trendberichts 2016): „Die traditionellen sozialen Disparitäten in der Weiterbildungsbeteiligung haben weiterhin bestand.“

Auch der „Trendbericht Weiterbildung 2018“ bestätigt diese These. Die soziale Auslese, die leider
ein Problem im gesamten Bildungssystem ist, setzt sich in der Weiterbildung fort. Das zeigt die DGB-Analyse zur sozialen Spaltung in der Weiterbildung 2019, die Matthias Anbuhl auf Basis des Adult Education Survey Trendberichts erstellt hat.

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Bundesregierung will Vollzuschuss zum Unterhalt in der Fachschulausbildung

(17.09.2019) Die 4. Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBGÄndG) soll voraussichtlich im Sommer 2020 in Kraft treten. Für die Neuerungen ist in der 19. Legislaturperiode ein zusätzliches Budget von 350 Millionen Euro auf Seiten des Bundes vorgesehen. Die Bundesregierung plant insbesondere einen Vollzuschuss zum Unterhalt für Vollzeitgeförderte. Betroffen sind hier vor allem die Teilnehmer*innen von fachschulischen Ausbildungen (z. B. Erzieherinnen), die in Vollzeit stattfinden. Die Bundesregierung verspricht sich damit eine Stärkung der Fachschulausbildung in den sozialen Berufen.

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Bezahlte Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher in Schleswig-Holstein

(17.09.2019) Der Ruf nach Fachkräften für Kita’s halt durch die Republik. Doch an den Bedingungen der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher hapert es weiterhin. Normalerweise wird die Ausbildung an Berufsfachschulen durchgeführt. Staatliche Schulen sind zwar beitragsfrei. Doch im Gegensatz zu Ausbildungen im dualen System erhalten die Teilnehmer*innen keine Ausbildungsvergütung.

In Schleswig-Holstein soll nun an vier Regionalen Berufsbildungszentren und Berufsbildungszentren ein Modell erprobt werden, an denen „zunächst die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit für zwei Jahre die Kosten“ übernimmt. „Im dritten Jahr können die Teilnehmenden ihren Lebensunterhalt über eine 4/5 Stelle finanzieren“, sagte die Bildungsministerin Karin Prien bei der Begrüßung der ersten Teilnehmer*innen in Neumünster.

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Neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung unterzeichnet

(27.08.2019) Am 26. August haben Vertreter von Bundesregierung, den Ländern, Gewerkschaften und Wirtschaft die neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 - 2021 unterzeichnet. Als gemeinsam getragenes Selbstverständnis über die Rolle der Aus- und Weiterbildung erklären die Unterzeichner:

„Die Allianz für Aus- und Weiterbildung will als zentrale politische Plattform die Attraktivität, Qualität, Leistungsfähigkeit und Integrationskraft der dualen Ausbildung stärken. Sie trägt mit ihren Empfehlungen und Maßnahmen sowohl zur Fachkräftesicherung für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch zur erfolgreichen Teilhabe von jungen Menschen am Arbeitsleben bei. Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung handeln gemeinschaftlich sowie durch eigene Beiträge. Ihre bisher vereinbarten Ziele und in den letzten Jahren angestoßenen Maßnahmen werden die Partner ergänzend zu dieser Vereinbarung weiter verfolgen.“

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Wer hauptsächlich Routinearbeiten im Job durchführt, nimmt nur selten an Weiterbildungen teil

(20.08.2019) Beschäftigte mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten nehmen deutlich seltener an Weiterbildungen teil als Beschäftigte mit geringen Routineanteilen an der Arbeit. Woran liegt das, wollten die Forscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wissen. Zwei erklärende Variablen standen zur Auswahl: Individuelle Merkmale wie Alter, Migrationshintergrund, berufliche Qualifikation oder betriebliche Charakteristika wie Weiterbildungsangebote des Unternehmens.

Das Ergebnis ist nach Ansicht der Forscher eindeutig. Ist ein Unternehmen allgemein aktiv in der Weiterbildungspolitik, wirkt sich das positiv auf Beschäftigte mit hohen Routinearbeiten aus. Noch wichtiger ist allerdings die Unterstützung durch das Unternehmen. Beschäftigte nehmen eher „an Weiterbildung teil, wenn ihr Arbeitgeber die Weiterbildungskosten (zumindest teilweise) übernimmt und/oder die Beschäftigten zur Teilnahme an Weiterbildung freistellt“, so die Forscher.

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