Förderung der beruflichen Weiterbildung

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist als Träger der aktiven Arbeitsmarktpolitik für die Förderung der beruflichen Weiterbildung zuständig.

Die Hartz-Gesetze haben zu einer deutlichen Verringerung der öffentlich geförderten beruflichen Weiterbildung geführt. Gesetzlich verankert ist die aktive Arbeitsmarktpolitik im SGB III und II.

Wir beobachten, berichten und kommentieren die Entwicklung der Förderung der beruflichen Weiterbildung aus Sicht der von arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen Betroffenen und der Interessen der in den Trägern Beschäftigten.



Weiterbildung in Gefahr

(29.05.2020) Im Bereich der Weiterbildung herrschte schon vor der Corona-Pandemie enormer Druck. Ein ruinöser Preiswettbewerb unter den rund 3.000 Trägern sowie eine zum Teil unzureichende Finanzierung haben zu Niedriglöhnen, ungesicherter Beschäftigung und Qualitätsverlusten geführt. In der akuten Krise droht dieses System vollends zu kollabieren. Dabei braucht es gerade jetzt und zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen qualitativ hochwertige und auskömmlich finanzierte Weiterbildungsangebote.

Wie soll es weitergehen? Ein neues Flugblatt des Fachbereichs Bildung, Wissenschaft und Forschung gibt einen Zustandsbericht und macht Vorschläge, wie es weitergehen sollte. In der Weiterbildung.

mehr...

Vielfalt der Förderinstrumente diskutiert

(06.05.2020) Die Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" am 4. Mai 2020 in einer öffentlichen Anhörung - online - über Wege in die qualifizierte Erwerbstätigkeit diskutiert. Mehrere Sachverständige aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) berichteten über Förderinstrumente für die berufliche Bildung für Jugendliche. So +forderte Frank Neises (BIBB) angesichts von 300 Angeboten eine Vielfalt an bundesweit angebotenen Regelinstrumenten, Programmen von Bund und Ländern sowie solchen in schulischen Bildungsgängen statt vieler Einzelmaßnahmen eine Prozessbegleitung und "Hilfen aus einer Hand".

mehr...

Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit hat 2019 zugenommen

(30.04.2020) Von Januar bis Oktober 2019 haben insgesamt rund 282.100 Erwerbstätige eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung begonnen, darunter sind rund 29.600 Eintritte im Rahmen der Beschäftigtenqualifizierung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einer Zunahme von 30.300 Teilnehmer*innen oder gut 12 Prozent. Da gab es insgesamt rund 251.800 Eintritte, darunter rund 27.000 im Rahmen der Beschäftigtenqualifizierung. Das schreibt die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

mehr...

Förderung der beruflichen Weiterbildung für von der Digitalisierung betroffene Beschäftigte wird verbessert

(29.04.2020) Der Deutsche Bundestag hat am 23. April das Arbeit-von-morgen-Gesetz (Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung) in 2./3. Lesung beschlossen. Das Gesetz sieht zahlreiche Verbesserungen bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung für Beschäftigte und für besonders vom Strukturwandel Betriebe vor.

Die Regelungen treten mit zeitlichen Abständen in Kraft, um der durch die Corona-Krise sehr stark belasteten Bundesagentur für Arbeit den notwendigen Vorlauf für die Umsetzung zu geben.

mehr...

DGB begrüßt geplante Neuregelungen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung.

(11.03.2020) Die Bundesregierung plant ein neues Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung. Der Strukturwandel der Wirtschaft soll durch eine Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung unterstützt werden. Ziel sei insbesondere, die Beschäftigten beim Umbau der Wirtschaft zu einer emissionsarmen und digitalen Wirtschaft durch eine Ausweitung der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente zu unterstützen. Arbeitslosigkeit soll vermieden werden. Dabei sollen Arbeitslose und beschäftigte Erwachsene ohne Berufsabschluss oder einem nicht mehr Berufsabschluss im Strukturwandel nicht zurückgelassen werden. Auch junge Menschen, denen der Übergang in Ausbildung nicht unmittelbar gelingt, sollen durch Verbesserungen in der Ausbildungsförderung gezielter unterstützt werden.

Der DGB begrüßt die Weiterentwicklung des arbeitsmarktpolitischen Instrumentenkastens. „Der Referentenentwurf greift eine Vielzahl von Regelungen auf, für die der DGB sich insbesondere im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie und im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit stark gemacht hat. Dazu gehören der grundsätzliche Rechtsanspruch auf Förderung einer berufsabschlussbezogenen Weiterbildung für Geringqualifizierte, Anreize zu sozialpartnerschaftlichen Vereinbarungen bei Weiterbildung, die vereinfachte Antragstellung im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes, verbesserte Qualifizierungsmöglichkeiten in einer Transfergesellschaft, eine Verordnungsermächtigung für die Bundesregierung zur Anpassung der Regelungen zum Kurzarbeitergeld, Änderungen der Regelungen zur Maßnahmezulassung sowie die Verbesserungen im Rahmen der Ausbildungsförderung.“ Das schreibt der DGB in einer Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes.

mehr...

Weiterbildungsangebote für Bezieher*innen von Arbeitslosengeld II

(03.03.2020) Das Bundesarbeitsministerium hat jetzt seinen Referentenentwurf für ein Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung veröffentlicht.

Im Zuge der Nationalen Weiterbildungsstrategie müssen auch Leistungsberechtigte im SGB II gleichberechtigt partizipieren können, um der Verfestigung von Langzeitleistungsbezug und Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Hier geht es insbesondere um den nachträglichen Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses.

Damit das gelingt, müssen passgenaue Weiterbildungsangebote für Leistungsbezieher*innen im Bereich des Arbeitslosengeldes II entwickelt und vorgehalten werden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) hat jetzt eine ausführliche Bewertung der Vorschläge des Bundesarbeitsministeriums vorgelegt.

mehr...

Lebensbegleitende Berufsberatung bei der Bundesagentur für Arbeit

(27.02.2020) Die Bundesregierung hat beschlossen, der Bundesagentur für Arbeit (BA) neue Aufgaben im Bereich der Berufsberatung zuzuweisen. Dabei sollen die Agenturen vor Ort zukünftig in allen Schulformen eine sogenannte „Lebensbegleitende Berufsberatung“ anzubieten. Für das Land Bremen enthält eine Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage „Der Grünen“ wichtige Informationen, in welcher Form und in welchem Umfang diese „Berufsberatung“ stattfinden wird.

„Die Bundesagentur für Arbeit hat nach vorangegangener regionaler Pilotierung angekündigt, ab dem kommenden Jahr das Projekt ‚Lebensbegleitende Berufsberatung‘ in der Fläche umzusetzen. Dies beinhaltet für Schülerinnen und Schüler, für Auszubildende, für Studierende und für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch für Schulen, Behörden und Unter-nehmen im Land Bremen Neuerungen, auf die sich alle Beteiligten rechtzeitig einstellen können sollten. Deshalb ist für unser Bundesland wichtig, die konkreten Pläne und Umsetzungsschritte der Agentur auf den unterschiedlichen Projektebenen zu kennen und den korrespondierenden Handlungsbedarf für die Landes- und die beiden Kommunalebenen zu identifizieren.“

mehr...

DGB fordert bei Arbeitslosigkeit: Recht auf Weiterbildung mit monatlichem Zuschuss bei Weiterbildungsteilnahme

(17.10.2019) Im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie hat Arbeitsminister Hubertus Heil die Einführung des Rechts auf das Nachholen des Berufsabschlusses angekündigt. Damit wird eine jahrelange Forderung des DGB aufgegriffen. Damit durch dieses Recht auch eine arbeitsmarktpolitische Wirkung entfaltet werden kann, ist eine bessere finanzielle Unterstützung von Arbeitslosen in auf den Abschluss bezogene Weiterbildungsmaßnahmen unabdingbar. Der DGB fordert, das Arbeitslosengeld im Zeitraum einer Umschulung von derzeit 60 bzw. 67 Prozent auf 75 bzw. 82 Prozent um 15 Prozentpunkte zu erhöhen. Bei geringem Arbeitslosengeld und bei Hartz-IV-Bezug soll ein Mindestbetrag von 200 Euro pro Monat gelten. Mehr zum Thema und die konkreten DGB-Vorschläge gibt es hier im neuen DGB-Newsletter arbeitsmarktaktuell.

mehr...

Bezahlte Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher in Schleswig-Holstein

(17.09.2019) Der Ruf nach Fachkräften für Kita’s halt durch die Republik. Doch an den Bedingungen der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher hapert es weiterhin. Normalerweise wird die Ausbildung an Berufsfachschulen durchgeführt. Staatliche Schulen sind zwar beitragsfrei. Doch im Gegensatz zu Ausbildungen im dualen System erhalten die Teilnehmer*innen keine Ausbildungsvergütung.

In Schleswig-Holstein soll nun an vier Regionalen Berufsbildungszentren und Berufsbildungszentren ein Modell erprobt werden, an denen „zunächst die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit für zwei Jahre die Kosten“ übernimmt. „Im dritten Jahr können die Teilnehmenden ihren Lebensunterhalt über eine 4/5 Stelle finanzieren“, sagte die Bildungsministerin Karin Prien bei der Begrüßung der ersten Teilnehmer*innen in Neumünster.

mehr...

Neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung unterzeichnet

(27.08.2019) Am 26. August haben Vertreter von Bundesregierung, den Ländern, Gewerkschaften und Wirtschaft die neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 - 2021 unterzeichnet. Als gemeinsam getragenes Selbstverständnis über die Rolle der Aus- und Weiterbildung erklären die Unterzeichner:

„Die Allianz für Aus- und Weiterbildung will als zentrale politische Plattform die Attraktivität, Qualität, Leistungsfähigkeit und Integrationskraft der dualen Ausbildung stärken. Sie trägt mit ihren Empfehlungen und Maßnahmen sowohl zur Fachkräftesicherung für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch zur erfolgreichen Teilhabe von jungen Menschen am Arbeitsleben bei. Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung handeln gemeinschaftlich sowie durch eigene Beiträge. Ihre bisher vereinbarten Ziele und in den letzten Jahren angestoßenen Maßnahmen werden die Partner ergänzend zu dieser Vereinbarung weiter verfolgen.“

mehr...

Nur wenige Hartz IV Bezieher*innen bekommen eine berufliche Weiterbildung gefördert

(22.07.2019) Im Bereich des SGB III förderte die Bundesagentur für Arbeit jeden Arbeitslosen im Schnitt mit 1.605 Euro – etwa fünf Mal so viel als im Jahr 2006. Das ergab eine neue Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (IW).

Doch im Bereich des SGB II ist bei der beruflichen Weiterbildung für die Betroffenen nicht viel drin. Seit 2012 stagnieren die Ausgaben, in den letzten beiden Jahren ging die Förderung der beruflichen Weiterbildung sogar zurück. Gerade einmal 331 Euro betrug die Förderung je Erwerbslosen im Bereich des SGB II.

Ausgerechnet das IW stellt „sich die Frage, ob hier Anzeichen einer strukturellen Unterfinanzierung vorliegen“. Gerade Menschen mit Qualifizierungsdefiziten benötigten Weiterbildung für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Daher fordert das IW: „Wenn eine Stärkung der Weiterbildung als adäquate Antwort auf die Anforderungen der Digitalisierung gesehen wird, sollte die öffentliche Förderung im SGB II ausgebaut werden.“

mehr...

Nationale Weiterbildungsstrategie will neue Perspektiven bieten – Strategiepapier verabschiedet

(13.07.2019) Nach 6 Monaten Beratungen wurde im Juni das Strategiepapier der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) verabschiedet. Es ist das Ergebnis eines zum Teil stark kontrovers geführten Diskussionsprozesses zwischen Bund, Ländern, Wirtschafts- und Sozialpartnern und der Bundesagentur für Arbeit.

Die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt macht berufsbegleitendes Lernen notwendiger denn je. Dabei sind vor allem die Unternehmen in der Pflicht, mehr zu tun als bisher. Im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Aktivitäten steht dabei der Betrieb. Hier wollen sich die Gewerkschaften, gemeinsam mit der betrieblichen Interessenvertretung vielfältig einbringen und insbesondere die betriebliche Weiterbildung für alle Beschäftigten stärken.

mehr...

Langzeitarbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen:

(05.07.2019) Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen haben schlechtere Chancen auf eine angemessene Förderung, wenn sie vom Jobcenter betreut werden. Die Quote der Reha-Fälle, die nach Krankheit oder Unfall umgeschult werden oder anderweitig spezielle Hilfe bekommen, ist beim Jobcenter viel geringer als bei den Agenturen für Arbeit.

Dies legt die Vermutung nahe, dass Reha-Bedarf bei den Jobcentern nicht umfassend erkannt und anerkannt wird. Das ist vor allem deswegen problematisch, weil bei Langzeitarbeitslosen vermehrt gesundheitliche Probleme auftreten, die durch eine passende Förderung ausgeglichen werden könnten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des DGB. Unter dem Titel „Berufliche Reha bei den Jobcentern - weiterhin nur geringe Chancen auf Förderung“ sind die Ergebnisse in der neuen „arbeitsmarktaktuell“ ausführlich dargestellt.

mehr...

Überwiegend gute Stimmung in der Weiterbildungsbranche

(18.06.2019) Die Stimmung in der Weiterbildungsbranche war auch in 2018 deutlich positiv. Die betrieblich finanzierten Weiterbildungen führten bei den Anbietern einen positiven „Klimawert“ von 59 Punkten aus. Die Anbieter von Weiterbildungsangeboten, die überwiegend von Arbeitsagenturen finanziert werden, meldeten hingegen schlechte Werte. Ihr Klimawert ist regelrecht abgestürzt, von 53 Punkten in 2017 auf nur noch 7 Punkte in 2018.

„Dieser Rückgang steht allem Anschein nach in Zusammenhang mit der deutlichen Abnahme der Förderfälle arbeitsmarktpolitischer Instrumente der Rechtskreise Sozialgesetzbuch (SGB) III und II - bei insgesamt positiver Entwicklung des Arbeitsmarktes."

mehr...