Förderung der beruflichen Weiterbildung

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist als Träger der aktiven Arbeitsmarktpolitik für die Förderung der beruflichen Weiterbildung zuständig.

Die Hartz-Gesetze haben zu einer deutlichen Verringerung der öffentlich geförderten beruflichen Weiterbildung geführt. Gesetzlich verankert ist die aktive Arbeitsmarktpolitik im SGB III und II.

Wir beobachten, berichten und kommentieren die Entwicklung der Förderung der beruflichen Weiterbildung aus Sicht der von arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen Betroffenen und der Interessen der in den Trägern Beschäftigten.



DGB fordert bei Arbeitslosigkeit: Recht auf Weiterbildung mit monatlichem Zuschuss bei Weiterbildungsteilnahme

(17.10.2019) Im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie hat Arbeitsminister Hubertus Heil die Einführung des Rechts auf das Nachholen des Berufsabschlusses angekündigt. Damit wird eine jahrelange Forderung des DGB aufgegriffen. Damit durch dieses Recht auch eine arbeitsmarktpolitische Wirkung entfaltet werden kann, ist eine bessere finanzielle Unterstützung von Arbeitslosen in auf den Abschluss bezogene Weiterbildungsmaßnahmen unabdingbar. Der DGB fordert, das Arbeitslosengeld im Zeitraum einer Umschulung von derzeit 60 bzw. 67 Prozent auf 75 bzw. 82 Prozent um 15 Prozentpunkte zu erhöhen. Bei geringem Arbeitslosengeld und bei Hartz-IV-Bezug soll ein Mindestbetrag von 200 Euro pro Monat gelten. Mehr zum Thema und die konkreten DGB-Vorschläge gibt es hier im neuen DGB-Newsletter arbeitsmarktaktuell.

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Bezahlte Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher in Schleswig-Holstein

(17.09.2019) Der Ruf nach Fachkräften für Kita’s halt durch die Republik. Doch an den Bedingungen der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher hapert es weiterhin. Normalerweise wird die Ausbildung an Berufsfachschulen durchgeführt. Staatliche Schulen sind zwar beitragsfrei. Doch im Gegensatz zu Ausbildungen im dualen System erhalten die Teilnehmer*innen keine Ausbildungsvergütung.

In Schleswig-Holstein soll nun an vier Regionalen Berufsbildungszentren und Berufsbildungszentren ein Modell erprobt werden, an denen „zunächst die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit für zwei Jahre die Kosten“ übernimmt. „Im dritten Jahr können die Teilnehmenden ihren Lebensunterhalt über eine 4/5 Stelle finanzieren“, sagte die Bildungsministerin Karin Prien bei der Begrüßung der ersten Teilnehmer*innen in Neumünster.

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Neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung unterzeichnet

(27.08.2019) Am 26. August haben Vertreter von Bundesregierung, den Ländern, Gewerkschaften und Wirtschaft die neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 - 2021 unterzeichnet. Als gemeinsam getragenes Selbstverständnis über die Rolle der Aus- und Weiterbildung erklären die Unterzeichner:

„Die Allianz für Aus- und Weiterbildung will als zentrale politische Plattform die Attraktivität, Qualität, Leistungsfähigkeit und Integrationskraft der dualen Ausbildung stärken. Sie trägt mit ihren Empfehlungen und Maßnahmen sowohl zur Fachkräftesicherung für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch zur erfolgreichen Teilhabe von jungen Menschen am Arbeitsleben bei. Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung handeln gemeinschaftlich sowie durch eigene Beiträge. Ihre bisher vereinbarten Ziele und in den letzten Jahren angestoßenen Maßnahmen werden die Partner ergänzend zu dieser Vereinbarung weiter verfolgen.“

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Nur wenige Hartz IV Bezieher*innen bekommen eine berufliche Weiterbildung gefördert

(22.07.2019) Im Bereich des SGB III förderte die Bundesagentur für Arbeit jeden Arbeitslosen im Schnitt mit 1.605 Euro – etwa fünf Mal so viel als im Jahr 2006. Das ergab eine neue Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (IW).

Doch im Bereich des SGB II ist bei der beruflichen Weiterbildung für die Betroffenen nicht viel drin. Seit 2012 stagnieren die Ausgaben, in den letzten beiden Jahren ging die Förderung der beruflichen Weiterbildung sogar zurück. Gerade einmal 331 Euro betrug die Förderung je Erwerbslosen im Bereich des SGB II.

Ausgerechnet das IW stellt „sich die Frage, ob hier Anzeichen einer strukturellen Unterfinanzierung vorliegen“. Gerade Menschen mit Qualifizierungsdefiziten benötigten Weiterbildung für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Daher fordert das IW: „Wenn eine Stärkung der Weiterbildung als adäquate Antwort auf die Anforderungen der Digitalisierung gesehen wird, sollte die öffentliche Förderung im SGB II ausgebaut werden.“

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Nationale Weiterbildungsstrategie will neue Perspektiven bieten – Strategiepapier verabschiedet

(13.07.2019) Nach 6 Monaten Beratungen wurde im Juni das Strategiepapier der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) verabschiedet. Es ist das Ergebnis eines zum Teil stark kontrovers geführten Diskussionsprozesses zwischen Bund, Ländern, Wirtschafts- und Sozialpartnern und der Bundesagentur für Arbeit.

Die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt macht berufsbegleitendes Lernen notwendiger denn je. Dabei sind vor allem die Unternehmen in der Pflicht, mehr zu tun als bisher. Im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Aktivitäten steht dabei der Betrieb. Hier wollen sich die Gewerkschaften, gemeinsam mit der betrieblichen Interessenvertretung vielfältig einbringen und insbesondere die betriebliche Weiterbildung für alle Beschäftigten stärken.

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Langzeitarbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen:

(05.07.2019) Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen haben schlechtere Chancen auf eine angemessene Förderung, wenn sie vom Jobcenter betreut werden. Die Quote der Reha-Fälle, die nach Krankheit oder Unfall umgeschult werden oder anderweitig spezielle Hilfe bekommen, ist beim Jobcenter viel geringer als bei den Agenturen für Arbeit.

Dies legt die Vermutung nahe, dass Reha-Bedarf bei den Jobcentern nicht umfassend erkannt und anerkannt wird. Das ist vor allem deswegen problematisch, weil bei Langzeitarbeitslosen vermehrt gesundheitliche Probleme auftreten, die durch eine passende Förderung ausgeglichen werden könnten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des DGB. Unter dem Titel „Berufliche Reha bei den Jobcentern - weiterhin nur geringe Chancen auf Förderung“ sind die Ergebnisse in der neuen „arbeitsmarktaktuell“ ausführlich dargestellt.

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Überwiegend gute Stimmung in der Weiterbildungsbranche

(18.06.2019) Die Stimmung in der Weiterbildungsbranche war auch in 2018 deutlich positiv. Die betrieblich finanzierten Weiterbildungen führten bei den Anbietern einen positiven „Klimawert“ von 59 Punkten aus. Die Anbieter von Weiterbildungsangeboten, die überwiegend von Arbeitsagenturen finanziert werden, meldeten hingegen schlechte Werte. Ihr Klimawert ist regelrecht abgestürzt, von 53 Punkten in 2017 auf nur noch 7 Punkte in 2018.

„Dieser Rückgang steht allem Anschein nach in Zusammenhang mit der deutlichen Abnahme der Förderfälle arbeitsmarktpolitischer Instrumente der Rechtskreise Sozialgesetzbuch (SGB) III und II - bei insgesamt positiver Entwicklung des Arbeitsmarktes."

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Deutschkenntnisse sind ein entscheidender Faktor für die Erwerbsaufnahme Geflüchteter

(21.02.2019) In einer neuen Studie beschäftigt sich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit der Frage, welche Kriterien als „entscheidender Erfolgsfaktor für die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen“ wirksam werden. Der alles entscheidende Faktor bleibt dabei: Deutschkenntnisse!! Alle Daten zeigen an, ohne ausreichende Deutschkenntnisse gelingt es kaum, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Für die Studie wurden geflüchtete Menschen aus Syrien und dem Irak befragt. Hier zeigt sich deutlich, dass Geschlechterrollen einen wichtigen Einfluss bei der Arbeitsaufnahme spielen. „Frauen nehmen deutlich seltener eine Erwerbs¬tätigkeit auf als Männer – und das, obwohl sie über vergleichbare deutsche Sprachkenntnisse und (ausländische) Schul- und Berufsabschlüsse verfügen“, so die Studie. Männer berichten demnach doppelt so häufig wie Frauen, dass sie bereits Erwerbserfahrungen gesammelt haben.

Die Autor*innen der Studie, Dr. Claudia Wenzig und Dr. Jonas Beste, empfehlen in diesem Zusammenhang: „Da geflüchtete Frauen bislang kaum Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt gefunden haben, sollte auch geprüft werden, ob die Angebote an Sprach- und Integrationsprogrammen oder an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sowie die Vermittlungspraxis der Bundesagentur für Arbeit ausreichen, den besonderen Bedingungen von geflüchteten Frauen gerecht zu werden. Wichtiges Ziel sollte sein, die vorhandenen Potenziale für die Erwerbsbeteiligung auszuschöpfen, damit Geflüchtete den Ausstieg aus dem Grundsicherungsbezug zunehmend schaffen.“

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Über eine Milliarde Euro für Weiterbildung verschwinden in der Verwaltung der Jobcenter

(19.02.2019)
Im Jahr 2018 wurde von den Jobcentern über eine Milliarde Euro aus Leistungen zur Eingliederung in Arbeit in das Verwaltungsbudget verschoben, 23 Prozent der Eingliederungsleistungen, so viel wie noch nie seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005. Im Jahr 2017 lag der Umschichtungsbetrag bei 911 Millionen Euro.

Seit Bestehen der SGB II-Jobcenter im Jahr 2005 wurden insgesamt aufsummiert 5,5 Milliarden Euro aus Eingliederungsmitteln zur Deckung von Verwaltungskosten verwendet.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (PDF) auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Zimmermann erklärte zu den Umschichtungen im haushalt: "Es ist ein Skandal, dass seit Jahren Leistungen zur Eingliederung in Arbeit zum Stopfen des Haushaltsloches für die Verwaltung der Jobcenter verwendet werden und somit zur Unterstützung von Erwerbslosen nicht zur Verfügung stehen. Der Haushalt der Jobcenter muss deutlich erhöht werden. Die von der Bundesregierung angekündigte Aufstockung des Verwaltungsetats wird den Bedarf der Jobcenter nicht decken. Wieder droht ein beträchtlicher Teil des Eingliederungstitels in den Verwaltungskosten zu verschwinden."

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Mehr und mehr Geflüchtete sprechen gut Deutsch, nutzen Bildungsangebote und integrieren sich in den Arbeitsmarkt

(05.02.2019) Immer mehr Geflüchteten gelingt die Integration in das deutsche Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin auf der Basis einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von Geflüchteten, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen sind. In den Jahren 2016 und 2017 wurden dafür jeweils rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befragt, knapp 3.000 von ihnen waren bei beiden Befragungswellen dabei.

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Mit Weiterbildung Zukunft jetzt gestalten – Das Qualifizierungschancengesetz

(21.01.2019) Die Arbeitswelt ändert sich stetig, durch die Digitalisierung beschleunigt sich der Wandel zusätzlich. Die Beschäftigten müssen Schritt halten und ihre berufliche Qualifikation weiterentwickeln. Weiterbildung ist das Gebot der Stunde. Jetzt kommt es darauf an, dieses umzusetzen.

Für Weiterbildung sind in erster Linie die Unternehmen zuständig. Erfahrungen zeigen, viele Unternehmen machen nur das betrieblich Notwendige. Mit dem neuen Qualifizierungschancengesetz wird es möglich, Weiterbildung stärker aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung zu fördern. Hierdurch soll es den Unternehmen erleichtert werden, den Beschäftigten mehr Weiterbildung anzubieten. Auch Betriebsräte können die Qualifizierung von Belegschaften unterstützen. Sie können mit dem Arbeitgeber zum Beispiel Qualifizierungspläne erarbeiten. Dieser Ratgeber erläutert die neuen Möglichkeiten und finanziellen Hilfen des „Gesetzes zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung“ (Qualifizierungschancengesetz).

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Sprache und Qualifizierung sind die größten Hürden bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten

(27.12.2018) Was muss geschehen, damit Geflüchtete dauerhaft eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben sollen? Das wollten die Forscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wissen. Dazu befragten Sie Vermittler in den Arbeitsagenturen und Jobcentern, die in letzter Zeit geflüchtete Menschen verstärkt bei der Suche nach Job’s unterstützen.

Als wesentliches Hindernis bei der Suche nach bezahlten Arbeitsplätzen „Geflüchteten identifizieren die Befragten geringe Deutschkenntnisse, nicht verwertbare Qualifikationen sowie die Unkenntnis über Rollenvorstellungen, Sitten und Gebräuche am deutschen Arbeitsmarkt“. Ausreichende Sprachkenntnisse seien entscheidend „für die gesellschaftliche Integration und für den Erwerb formaler Qualifikationen“. Sie sehen es als wichtige Aufgabe an, Geflüchtete „beim allgemeinen und berufsfachlichen Spracherwerb zu unterstützen“. Die Mehrheit der Befragten geht aufgrund der „identifizierten Integrationshemmnisse“ davon aus, „dass die Geflüchteten eher in direkte Konkurrenz zu anderen Migrantengruppen als zu einheimischen Arbeitskräften treten“.

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Weiterbildung braucht Weiterentwicklung

(17.12.2018) Nur wenige gesellschafts-, sozial- und wirtschaftspolitische Ziele finden einen so breiten Konsens wie die Forderung, die berufliche Bildung zu stärken. ver.di begrüßt deshalb die Initiative der Bundesregierung für eine nationale Weiterbildungsstrategie unter Einbeziehung der Sozialpartner*innen. Von der jeweiligen Qualifikation hängen aber auch die individuellen Arbeits- und Lebensbedingungen, das Einkommen, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die beruflichen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Mitbestimmungschancen ab.

Perspektivisch setzt ver.di deshalb auf ein Weiterbildungsgesetz auf Bundesebene. Es soll Zugangsmöglichkeiten, Lernzeiten und deren Finanzierung, Beratung und Qualitätsstandards regeln.

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